Du willst deinem Kaninchen das beste Futter geben?
Viele Kaninchenbesitzer machen gravierende Fehler bei der Fütterung, die zu Verdauungsproblemen, Übergewicht oder sogar Krankheiten führen können.
Das muss nicht sein!
Hier erfährst du, welches Futter für Kaninchen wirklich geeignet ist.
Inhaltsverzeichnis
Die Grundlagen der Kaninchen-Ernährung
Kaninchen sind reine Pflanzenfresser mit einem sehr empfindlichen Verdauungssystem. Ihre Nahrung sollte ballaststoffreich und zuckerarm sein.
Das wichtigste Grundprinzip: Kaninchen brauchen eine kontinuierliche Nahrungsaufnahme, da ihr Darm ständig in Bewegung bleiben muss. Eine falsche Fütterung kann schnell zu lebensbedrohlichen Verdauungsstörungen führen.
Heu – Das wichtigste Grundnahrungsmittel
Heu sollte 80-90% der täglichen Nahrung ausmachen und rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Es liefert die notwendigen Ballaststoffe für eine gesunde Verdauung und hält die Zähne abgenutzt.
Achte auf hochwertiges Heu mit folgenden Eigenschaften:
- Grünlich-goldene Farbe
- Frischer, würziger Geruch
- Keine Schimmelstellen oder Staub
- Verschiedene Gräser und Kräuter enthalten
Wiesenheu ist meist besser geeignet als reines Grasheu, da es vielfältiger und nährstoffreicher ist.
Frischfutter – Vitamine und Abwechslung
Geeignetes Gemüse
Pro Kilogramm Körpergewicht sollten täglich etwa 100-150 Gramm Frischfutter gefüttert werden. Besonders gut geeignet sind:
- Möhrengrün, Petersilie, Dill
- Romana-Salat, Chinakohl, Pak Choi
- Fenchel, Sellerie, Pastinaken
- Möhren (nur in kleinen Mengen wegen des Zuckergehalts)
Vorsicht bei diesen Gemüsesorten
Einige Gemüse sollten nur in geringen Mengen oder gar nicht gefüttert werden:
- Kohl (kann Blähungen verursachen)
- Zwiebeln und Lauch (giftig)
- Kartoffeln (zu stärkehaltig)
- Avocado (giftig)
Pellets – Ergänzung, nicht Hauptnahrung
Hochwertige Pellets können eine sinnvolle Ergänzung sein, sollten aber niemals die Hauptnahrung darstellen. Pro Kilogramm Körpergewicht reichen 20-30 Gramm Pellets täglich.
Achte beim Kauf auf folgende Kriterien:
- Rohfaseranteil mindestens 20%
- Ohne Zucker, Honig oder Melasse
- Keine bunten Zusätze oder „Leckerbissen“
- Strukturierte Pellets statt gepresste
Kaninchen sollten zudem stets Zugang zu Frischfutter haben, um eine abwechslungsreiche Ernährung zu gewährleisten.
Kräuter und Zweige als natürliche Ergänzung
Getrocknete Kräuter wie Kamille, Löwenzahn oder Spitzwegerich sind eine wertvolle Bereicherung des Speiseplans. Sie liefern wichtige Nährstoffe und können bei gesundheitlichen Problemen unterstützen.
Frische Zweige von Obstbäumen (unbehandelt) helfen beim Zahnabrieb und bieten Beschäftigung. Geeignet sind Apfel-, Birnen- oder Haselnusszweige.
Was Kaninchen niemals fressen sollten
Diese Lebensmittel sind absolut tabu:
- Süßigkeiten, Schokolade, Kekse
- Brot und andere Getreideprodukte
- Milchprodukte
- Nüsse und Samen
- Fertige „Knabberstangen“ aus dem Handel
Kaninchen Pflegeprodukte können auch eine Rolle bei der Gesamternährung spielen, da sie zur Gesundheit und dem Wohlbefinden beitragen.
Fütterungszeiten und Portionen
Während Heu permanent verfügbar sein sollte, kannst du das Frischfutter auf zwei bis drei Mahlzeiten über den Tag verteilen. Das regt die natürlichen Fressgewohnheiten an und verhindert Langeweile.
Führe neues Futter immer langsam ein, um Verdauungsprobleme zu vermeiden. Besonders bei jungen Kaninchen ist Vorsicht geboten.
Die richtige Ernährung ist der Schlüssel für ein gesundes und glückliches Kaninchenleben. Mit hochwertigem Heu als Basis, abwechslungsreichem Frischfutter und gelegentlichen Pellets als Ergänzung legst du den Grundstein für die optimale Gesundheit deines Kaninchens. Achte stets auf die Qualität der Futtermittel und beobachte dein Tier aufmerksam – so erkennst du schnell, ob die Ernährung stimmt.
